Von Riedenburg nach Altmannstein

Von Riedenburg nach Altmannstein führt meine erste Etappe auf dem Weg zum Finis Terrae. Dorthin sind es grob geschätzt 2000 km. Bei 25 km pro Tag wird man also 80 Tage benötigen.

Das geographische Ende will ich natürlich vor meinem biologischen Ende erreichen. Laut dem Rechner einer Versicherungsgesellschaft beträgt meine Lebenserwartung zur Zeit noch 35 Jahre. Da das Ziel nur per pedes erreicht werden darf, und deshalb ein Minimum an köperlicher Belastbarkeit möglich sein muß, scheinen die nächsten 20 Jahre für die Durchführung mit dem Abschluß in 2030 realistisch.

Pro Jahr müssen also vier Tage eingeplant werden. Als Sicherheitszuschlag wird ein zusätzlicher Tag gewährt. Fünf Tage im Jahr ist mir das Erreichen des Ziels auch in Anbetracht anderweitger Verpflichtungen schon wert.

Zweckmäßigerweise beginnt eine Reise an das Ende der Welt am Ort eines Anfangs. In Ermangelung eines Besseren soll dies der Ort sein, an dem ich auf diese Welt kam: dem ehemaligen Riedenburger Kreiskrankenhaus und jetzigem Kurhaus.

Hinter den Mauern im ersten Stock befand sich der Kreissaal. Früher war da auch noch ein Fenster, von dem zum Beispiel die Hebamme uns auf der Straße wartenden Kindern mitteilte, daß wir ein “neues Brüderlein” hätten. Spurlos verschwunden!

Durch Riedenburg geht es über den tiefverschneiten alten Bahndamm nach Altmannstein. Der viele Schnee macht den an sich leichten Weg zu einer Strapaze, aber auch die gewohnten Wahrzeichen zu einem besonderen Anblick. Von dort geht es in den nächsten Tagen weiter auf dem Ostbayerischen Jakobsweg nach Donauwörth.

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